Der Azubi-Mangel als Problem
Mit Azubis den langfristigen Unternehmenserfolg sichern – aber wie? Wir haben das Problem von Grund auf analysiert, bevor wir eine Lösung entwickelt haben.
„Der Azubi-Mangel bedroht den deutschen Mittelstand. Politik und Unternehmen sind jetzt gefragt, kreative Lösungen zu entwickeln."
Ein gutes Produkt fällt nicht vom Himmel. Als 2021 im Team die Idee geboren war, einen innovativen digitalen Ansatz beim Matching von Ausbildungssuchenden und Ausbildungsbetrieben zu gehen, steckten wir zunächst viel Zeit in die Analyse: Was funktioniert am klassischen Azubi-Recruiting nicht? Und warum scheitern so viele Betriebe trotz offener Stellen daran, geeignete Auszubildende zu finden?
Das Ergebnis war ernüchternd. Unternehmen schalten Stellenanzeigen in unübersichtlichen Jobportalen, wo Ausbildungsplätze gegen besser bezahlte Aushilfsjobs um Aufmerksamkeit konkurrieren. Sie setzen auf kostspielige Ausbildungsmessen, die nur einen begrenzten Personenkreis erreichen. Einige KMU setzen noch immer auf zielgruppenferne Zeitungsannoncen. Das Grundproblem: der Prozess ist für die Generation Z nicht gemacht.
Sechs Gründe, warum klassisches Recruiting scheitert
Durch quantitative und qualitative Befragungen von Schülerinnen, Schülern und Personalverantwortlichen in KMU identifizierten wir die zentralen Schwachstellen.
Vorurteile
Viele junge Menschen sehen eine Ausbildung als wenig attraktiv an und sind schlecht über Ausbildungsmöglichkeiten informiert – obwohl die Realität anders aussieht.
Emotionale Hürde
Formalisierte, unpersönliche und langwierige Bewerbungsprozesse schrecken ab: Anschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch – für die GenZ fühlt sich das wie eine andere Ära an.
Kommunikation
Unternehmen kommunizieren nicht zielgruppengerecht mit der Generation Z. Wer auf LinkedIn oder Zeitungsanzeigen setzt, erreicht 16-Jährige schlicht nicht.
Unternehmensgröße
Junge Ausbildungssuchende fokussieren sich auf Großbetriebe. KMU, gerade im ländlichen Raum, sind gar nicht im Blickfeld – obwohl dort oft die besseren Chancen warten.
Langwierige Prozesse
Bewerbungsprozesse ziehen sich oft über Wochen oder Monate. Bis zur Rückmeldung sind die besten Kandidaten längst anderswo in Ausbildung.
Papierkrieg
Schüler, die alles mit dem Smartphone erledigen, haben keine Lust, Bewerbungsmappen zu erstellen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Hürde des ersten Kontakts.
Unsere Antwort: kein digitaler Anstrich, sondern ein neues Konzept
Auf der Grundlage dieser Analyse entwickelten wir nicht einfach ein weiteres Jobportal. Wir entwarfen ein Produkt, das den bisher analogen und schwerfälligen Bewerbungsprozess nicht nur digitalisiert, sondern grundlegend neu denkt – für beide Seiten einfacher, schneller und zielgruppengerechter.
Das Ergebnis: eine mobile App mit Swiping-Mechanismus für Ausbildungssuchende und ein schlankes Web-Dashboard für Unternehmen. Kein Anschreiben, kein Lebenslauf als Einstiegshürde. Stattdessen ein niederschwelliger erster Kontakt – und ein beidseitiges Match als Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine Bewerbung zustande kommt.
Das Bundespresseamt formulierte es treffend: „Ein Problem ist das so genannte Matching: Viele Ausbildungsstellen und Bewerber kommen nicht zueinander." Genau dieses Problem löst AzubMe.
Proof of Concept: Beta-Tests 2022
Vor dem Marktstart führten wir fünf regionale Modellversuche in zehn Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz durch – unter annähernden Realbedingungen.
Alle teilnehmenden Unternehmen sowie die befragten Schülerinnen und Schüler zeigten in Nachbefragungen große Sympathien für Idee und Konzept. Schülerinnen und Schüler, die aktiv in der App swipen und vollständige Profile hinterlegen, erzielten stets mindestens ein Match – die erfolgreichste Teilnehmerin erzielte 31 Matches in vier Wochen.
Die Beta-Tests bestätigten: AzubMe funktioniert. Und sie lieferten wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung – von Gamification-Elementen bis zur schulischen Integration – die direkt in die Marktversion eingeflossen sind.
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Gemeinsam mit starken lokalen Partnern verbinden wir Unternehmen und die Azubis von morgen.
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